| Basisdaten | |
|---|---|
| Bundesland: | Hamburg |
| Bezirk: | Altona |
| Fläche: | 8,3 km² |
| Einwohner: | 12981 (2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1573 Einwohner je km² |
| Vorwahl: | 040 |
| Kfz-Kennzeichen: | HH |
Blankenese ist ein westlicher Stadtteil von Hamburg im Bezirk Altona und gehört zu den Elbvororten; es ist Sitz des gleichnamigen Ortsamtes, zu dem auch die Stadtteile Nienstedten, Osdorf, Lurup, Iserbrook, Sülldorf und Rissen gehören.
Inhaltsverzeichnis |
Blankenese liegt auf dem nördlichen Geestrücken an der Unterelbe, der im Ortskern ein Steilufer bildet. Seine bekannteste Erhebung ist der Süllberg (74,7 m), an seinem Hang die beliebte Ausflugsgaststätte Sagebiels Fährhaus und auf seiner Kuppe ein neues Hotel mit Restaurants; höchste Erhebung ist mit 91,6 m der Baurs Berg mit dem markanten Turm des dortigen Wasserwerks.
Die Elbe vor Blankenese ist bis zu 2,8 km breit, da hier früher Norder- und Süderelbe wieder zusammenflossen. Von den Sandbänken, die sich in diesem Bereich bildeten, leitet sich der Ortsname ab: blank, niederdt. für "weiß", und Ness für "(nasse) Landzunge". Nach der Abdeichung der Alten Süderelbe in den 1960er Jahren blieb der Mündungsbereich, das Mühlenberger Loch, als einzigartiges Süßwasserwatt erhalten. In den letzten Jahren wurde es durch den Ausbau der umstrittenen Airbus-Flugzeugwerft in Hamburg-Finkenwerder eingeschränkt, indem Teile zugeschüttet wurden. Das Mühlenberger Loch entstand durch Ausbaggerung, als nach 1935 die Flugzeugwerke von Blohm & Voss (Hamburger_Flugzeugbau) begannen, Flugboote für den Atlantikverkehr der Lufthansa zu bauen, da eine entsprechende Wasserfläche für Erprobungen benötigt wurde. Die neu aufgeschüttete Fläche heißt jetzt Mühlenberger Sand.
Blankenese ist den hier recht steilen Südhang der Geest hinauf gebaut; im Süden jenseits der Elbe liegt die Elbmarsch (genauer: das "Alte Land").
Benachbarte Stadtteile sind das Villenviertel Nienstedten im Osten, Iserbrook und Sülldorf im Norden sowie Rissen im Westen, wobei Blankenese und Rissen durch ein bewaldetes Gebiet (Falkenstein) voneinander getrennt sind.
Blankenese ist ein ehemaliges, von Fied Breckwoldt gegründetes Fischerdorf aus dem Jahre 1301. Es gehörte zunächst zur Grafschaft Holstein-Pinneberg, danach zum Herzogtum Holstein, das ab 1460 in Personalunion von den dänischen Königen regiert wurde, und fiel 1866 an Preußen. Auf den Segeln seiner Ewer und Kutter stand danach SB (für "Schleswig-Holstein Blankenese"), plattdeutsch als seil bedächtig! (= segel vorsichtig!) ausgelegt.
Aus einem schmucken Hangdorf, wo Kapitäne und Lotsen ihren Lebensabend verbrachten, entwickelte es sich zu einem großbürgerlichen Villenviertel, dessen Bevölkerung gleichwohl sozial nicht so homogen war (und ist), wie es gelegentlich erscheint: im Gemeinderat beispielsweise saßen 1924 neben 18 Abgeordneten der bürgerlichen Parteien auch 5 Vertreter der SPD und ein KPDler.
1919 vergrößerte sich die reiche pinnebergische Landgemeinde durch den Zusammenschluss mit dem benachbarten Dockenhuden, ehe sie 1927 durch das Groß-Altona-Gesetz gegen den Willen vieler Blankeneser zum Vorort der Großstadt Altona/Elbe wurde und 1938 zusammen mit Altona in Hamburg aufging.
Empfehlenswert ist ein Spaziergang durch das Treppenviertel, die verwinkelten Treppen und Gassen am Elbhang zwischen den Straßen Am Kiekeberg und Strandweg, mit seinen zahlreichen, nur durch wenige "Bausünden" beeinträchtigten kleinmaßstäblichen Häuschen.
Es gibt in Blankenese einige sehenswerte, allerdings nicht immer auch zu sehende Land- oder Herrenhäuser Hamburger oder Altonaer Kaufleute aus dem 18. und 19. Jahrhundert: dazu zählen das Weiße Haus von Peter Godeffroy (Elbchaussee 547), das Landhaus von G. F. Baur (Mühlenberger Weg 33), das allerdings heruntergekommene Landhaus Klünder (Oesterleystraße 20), Hansens inzwischen teilweise umgebautes Landhaus Blacker (jetzt "Gosslerhaus", Sitz des Ortsamtes, Blankeneser Landstraße 34) und das Landhaus Warburg (Kösterbergstraße 60).
Zahlreiche große Anwesen von Reedern und Kaufleuten mit alten Baumbeständen und ansehnlichen Villen sind heute Parks in öffentlicher Hand. Dazu gehören der Baurs Park am Yachthafen Mühlenberg, der Gosslers Park am Blankeneser Bahnhof und der Hessepark am ehemaligen Finanzamt. Blankenese bietet auch zahlreiche Möglichkeiten zum Schwimmen.
In Blankenese bieten heute zwei Gymnasien (Gym. Blankenese an der Kirschtenstraße und Gym. Willhöden) sowie die Gesamtschule Blankenese in der Frahmstraße die Möglichkeit zum Abitur. Am Falkenstein residiert das renommierte Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg, während die häufig Blankenese zugeschriebene Führungsakademie der Bundeswehr im benachbarten Nienstedten liegt.
Der Sportverein Spielvereinigung Blankenese von 1903 hat gelegentlich eine honette Rolle in den unteren Spielklassen (z.B. beim Fußball) gespielt; stärker noch die Schachvereinigung Blankenese von 1923. Als weiterer lokaler Sportverein ist noch der FTSV Komet Blankenese von 1907 (Fußball, Tischtennis, Skat u.a.m.) zu nennen; ferner der Blankeneser und der 'Mühlenberger' Segel-Club, der mit über 800 Mitgliedern zu den größen und aktivsten Segelvereinen Deutschlands zählt und der erste Segelverein direkt an der Elbe war.
Im Rahmen des jährlich durchgeführten Radrennens HEW-Cyclassics befindet sich eine Schlüsselstelle am Waseberg. Der 700 m lange Anstieg vom Elbufer hinauf in den Ortskern von Blankenese hat eine fast durchgehende Steigung von 15% und wird mehrfach durchfahren. Anlässlich dieses Radrennens wurde im Jahr 2000 die Radsportgemeinschaft Blankenese gegründet, die mit derzeit 130 Mitgliedern zu den stärksten Fahrradvereinen Hamburgs zählt.
Die Hamburger S-Bahn hat in Blankenese einen Kopfbahnhof am Fuß des Krähenberges; hier treffen die Streckenäste aus Altona und Wedel (Linien S1 und S11) zusammen.
Mit den auf der anderen Elbseite gelegenen Stadtteilen Cranz und Neuenfelde ist Blankenese durch eine Fähre verbunden.
In Blankenese endet die in Ottensen beginnende Elbchaussee (früher: Flottbecker Chaussee). Darüber hinaus gibt es eine weitere von Ost nach West verlaufende Straßenverbindung, die B 431 nördlich von Blankenese, durch welche für den Straßenverkehr die Erreichbarkeit des Hamburger Zentrums und des Landkreises Pinneberg gewährleistet ist.
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